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Unbenanntes Dokument




















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Kleine Kräuterkunde von und mit
Kräuterpädagogin
Sabine Heumann
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Allgemeiner Hinweis:
Immer wieder merke ich in meinen Kursen, dass die Meinung vorherrscht, Kräuter seien eine sanfte Medizin. Dazu möchte ich sagen, dass meine Tipps alle als Gesundheitspräventionen zu sehen sein sollen. Es gibt bei vielen Kräutern Einschränkungen. Zum Beispiel beiSchwangerschaften oder in der Stillzeit, bei Vorerkrankungen und anderem. Auch sollte man immer Rücksprache mit seinem behandelnden Arzt nehmen, wenn man regelmäßig Medikamente einnehmen muss und zusätzlich Kräuter verwenden will. Es kann durchaus Wechselwirkungen geben. Bei Allergikern ist natürlich stets Vorsicht geboten. Wildkräuter und Heilpflanzen sind ein kostbares Gut und wir müssen sicher keine Angst vor der Nutzung haben. Aber wir haben in unserer Kultur leider nicht mehr das Wissen unserer Vorfahren und jede Pflanze hat eine unglaubliche Komplexität auch in ihrer Wirkung. Während wir heute die Heilpflanzen meist nach Kategorien beurteilen wie Pflanze für die Leber, die Atemwege etc. war das früher nicht der Fall. Z.B. Löwenzahn galt praktisch als Allheilmittel und wurde für verschiedenste Krankheiten verwendet. Das sollten wir uns immer wieder bewusst machen. Es ist nicht nötig, jede Heilpflanze und jedes Wildkraut zu kennen oder im eigenen Garten zu haben. Viel wichtiger ist es, sich einige Pflanzen auszusuchen, die man mit 100%iger Sicherheit bestimmen kann und diese dann in den Alltag zu integrieren. Ob als Tee, als Tinktur, in der Wildkräuterküche oder als Salbe, es gibt unzählige Möglichkeiten. |
Januar (hoch)
Im Moment ist die Zeit der Wollläuse gekommen. Speziell die Aloe Vera scheint bei mir dafür besonders anfällig zu sein. Da diese Schädlinge auch in Gärtnereien immer wieder Thema sind, möchte ich hier meine Methode der Bekämpfung vorstellen. Zunächst bleibt einem nichts anderes übrig, als die Wolläuse penibel genau zu entfernen. Bei der Aloe Vera geht das auf den fleischigen Blättern zwar gut, aber in den Zwischenräumen bleiben gerne versteckte Reste zurück. Will man nicht mit herkömmlichen Mitteln arbeiten, die man dem Gießwasser zusetzen kann, muss man andere Maßnahmen finden. Da ich die Aloe Vera auch im Fall eines Falles als Wundheilungsmittel verwenden möchte oder auch für Kosmetik, muss ich auf bestimmte Mittel verzichten. Nachdem ich aber die sichtbaren Wollläuse entfernt habe, gehe ich mit einem Wattestäbchen hinterher, das ich mit Teebaumöl getränkt habe. Damit behandle ich speziell die schwer zugänglichen Zwischenräume und die Stellen, wo ich die Wollläuse entfernt habe. Den dort sitzen oft noch Reste oder Eier, die man vorher nicht entfernt hat. Wollläuse sind leider ziemlich hartnäckig und man muss meistens mehrmals die Behandlung wiederholen, etwa im Abstand von 14 Tagen bis 3 Wochen. |
| Wenn man im Januar einen Spaziergang macht, trifft man oft auf die ersten Blüten im Jahr. Sie sehen ziemlich ausgefranst aus und gehören zur Zaubernuss bzw. Hamamelis. dieser Strauch beschert uns Blüten in gelb oder auch rot-orange. Die Sorte Hamamelis virginia wird auch zur Hautpflege genutzt. Das Hydrolat, das bei der Gewinnung des ätherischen Öles als Pflanzenwasser übrig bleibt, ist ein gutes Gesichtswasser für Mischhaut oder eher fettige Haut oder kann nach dem Rasieren verwendet werden. Das Hydrolat gibt es über verschiedene Firmen im Internet, manchmal im Bioladen oder Reformhaus, oder auch in der Apotheke. |
Ich habe eine Empfehlung für ein Kräuterbuch, dass ich als klein, aber fein bezeichnen möchte. Ich bin durch Zufall in Norwegen darauf gekommen und habe das Buch dann auch in deutscher Sprache entdeckt. Dazu ist es noch äußerst preisgünstig und kostet nur 5,- Euro. Es heißt Handbuch Kräuter und ist von Lesley Bremness. |
Der Januar ist eine gute Zeit, um für das Frühjahr zu planen. Die warmen Tage kommen schneller als man denkt und jetzt in der Ruhephase kann man sich gut mit den Vorbereitungen beschäftigen. Machen Sie sich eine Liste über die vorhandenen Pflanzen, die Sie bereits in Ihrem Kräutergarten oder auf Ihrem Balkon haben und erstellen Sie eine zweite Liste über die Wünsche, wenn noch Kräuter dazukommen sollen. Außerdem können Sie bereits jetzt Samen bestellen, sofern Sie Pflanzen auf der Fensterbank vorziehen möchten oder auch im Garten die einjährigen Pflanzen aussäen möchten. Je früher Sie die Pflanzen und auch Samen bestellen, umso früher erhalten Sie auch Ihre Pflanzen/Samen. Der Versand von Kräutern, sofern Sie im Internet bestellen, geschieht erst ab der voraussichtlichen frostfreien Zeit, etwa ab April. Samen werden aber das ganze Jahr versand, so dass Sie früh mit der Anzucht beginnen können, je nach Art. Es gibt so genannte Frostkeimer, wo der Samen einige Zeit kalte Temperaturen benötigt, um zur Keimung angeregt zu werden. Wenn man diese Frostkeimer zu spät aussät, wird das Saatgut wohl erst im folgenden Jahr keimen. |
| Der Januar eignet sich gut, um das Frühjahr vorzubereiten . Für bestimmte Dinge hat man dann keine Zeit mehr, denn wenn das Wachstum erstmal losgeht, gilt es die Zeit zu nutzen. Daher kann man jetzt das Kräuterlager überprüfen. Getrocknete Kräuter, die älter als ein Jahr alt sind, eignen sich jetzt nicht mehr gut für Tee, da die Inhaltsstoffe weniger werden. Man kann aber schöne Kräuterbäder damit machen. Ein ausgedienter Seidenstrumpf, an der oberen Seite abgeschnitten und mit Kräuter befüllt, kann unter den Wasserkrahn gehängt werden und das heiße Wasser läuft so durch die Kräuter in die Wanne. Ein duftendes Kräuterbad ist gerade zu dieser Jahreszeit sehr schön. Ebenfalls sollte man alle alten Gläser gut säubern und sterilisieren, wenn man sie noch mal nutzen will. Das gilt natürlich nur für den eigenen Gebrauch. Machen Sie sich Notizen, was Ihnen fehlt und besorgen Sie es jetzt. Auch ein Sammelkalender kann jetzt angelegt werden, damit man eine Übersicht hat, was wann ungefähr zu sehen ist. Das verschiebt sich allerdings von Jahr zu Jahr immer wieder mal, so dass es nur Anhaltspunkte sind. Eine Mußestunde mit einem Kräuterbuch ist natürlich auch im Januar noch eine schöne Abwechslung als Einstimmung auf das kommende Frühjahr. |
| Im Januar treffen wir bereits auf die „Mallorca-Kräuter“. Warum nenne ich diese so? Es sind Pflanzen, oft zweijährig, die bereits im Winter Blattrosetten bilden, die man dann sehen kann. Der Grund dafür ist ein Wachstumsvorsprung, den die Pflanzen im Frühjahr haben können. Es geht dabei um die Ausnutzung des Lichtes. Sobald im Frühjahr genug Wärme, Wasser und Licht da ist, um Wachstum zu ermöglichen, schießen diese Pflanzen in die Höhe. Pflanzen in der Nähe, die in Wurzeln überwintern oder Samen, die erst keimen müssen, brauchen länger um zu wachsen. Die Kräuter mit den Rosetten haben demnach bereits Platzansprüche und verdrängen so manche andere. Es ist also ähnlich wie die berühmten Handtücher, die schon frühmorgens auf die Liegen gelegt werden, um einen Platz zu sichern. Das Problem bei den Pflanzen ist natürlich, dass der Vorteil nur solange gilt, wie die Bedingungen gut sind. Gibt es z.B. stärke Spätfröste nach einer wärmeren Periode, können diese Pflanzen natürlich eher Schaden nehmen, als die, die vorsichtiger waren. Zu den Kräutern mit den Rosetten gehören zum Beispiel der Spitzwegerich oder die Knoblauchsrauke. |
| Diese Zeit ist für unsere Zimmerkräuter die schwierigste. Ich selbst habe jeden Winter Perlagonien (Duftgeranien) auf der Fensterbank im geheizten Raum, aufgrund von Platzmangel. Sie haben es bisher immer ganz gut überstanden. Wenn ich dann doch mal Läuse entdecke, dusche ich die Pflanzen mindestens einmal pro Woche ab (einen Schutz um die Erde machen, da sonst die Läuse auf die Erde fallen und direkt wieder Zugang zur Pflanze haben). Durch das Abduschen bekommt die Pflanze auch noch Feuchtigkeit, die im Winter fehlt. Gedüngt wird kaum. Erst ab Januar/Februar gebe ich monatlich eine reduzierte Menge Biodünger. Die meisten Pflanzen benötigen jetzt auch weniger Feuchtigkeit. Oft wird hier mit großzügigen Wassergaben die Pflanze so stark gegossen, dass die Wurzeln faulen. Dann kann die Pflanze kein Wasser mehr aufnehmen und vertrocknet, trotz des Wassers. Eine regelmäßige Kontrolle ist daher wichtig. Nicht jede Zimmerpflanze verträgt ein regelmäßiges Drehen, damit sie gleichmäßig wächst. Da die Pflanze im Winter sowieso wenig Energie hat, kann das Drehen die Pflanze noch weiter schwächen. Wenn gedreht wird, ist meine Empfehlung höchstes einmal pro Monat. |
Auch wenn zurzeit alles tief verschneit ist, beginnt sich das Leben um Neujahr bereits zu regen. Man hat festgestellt, dass sich die Pflanzen zu diesem Zeitpunkt bereits auf das Frühjahr vorbereiten. Daher empfehle ich um diese Zeit einen Winterspaziergang zu machen und genau hinzusehen oder hinzuhören. Auch unter der Schneedecke kann man Kräuter sehen. Der Gundermann z.B. ist ein Wildkraut, das uns fast das ganze Jahr zur Verfügung steht. Auch die Vogelmiere kann man an geschützten Plätzen noch sehen. Und die Knoblauchsrauke ist ebenfalls unter dem Schnee zu erkennen. |
Februar (hoch)
| Der Februar ist sicher noch keine Sammelzeit für Kräuter, eher eine Beobachtungszeit und Genießerzeit, wenn man die ersten Blätter entdeckt. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Balkon- und Gartenpflanzen kontrolliert werden, die in Töpfen oder innerhalb von Mauersteinen wachsen. Wenn es wärmer wird, kommt der Saftfluss der Pflanzen wieder in Gang. Friert es dann noch mal, erfriert quasi der Pflanzensaft gleich mit. Die Pflanzen müssen daher besonders geschützt werden. Das gilt vor allem für Rosmarin oder auch Lavendel. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Pflanzen im Februar bei Wachstumsbeginn auch wieder mehr Wasser verbrauchen. Wenn kein Frost ist, bitte den Boden kontrollieren und gegebenenfalls gießen. Das gleiche gilt für Pflanzen im Gewächshaus, die jetzt wieder stärker beobachtet werden müssen. Die ersten Triebe sind hier sehr anfällig für Schädlinge. |
| Je nach Temperaturen im Februar können die ersten frischen Kräuter bereits ans Licht kommen. Zu den ersten Kräutern gehören Scharbockskraut, Gänseblümchen, Gundermann, Vogelmiere und natürlich Brennnessel. Diese ersten Kräuter waren für unsere Vorfahren überlebenswichtig und frische Vitamine nach dem langen Winter. Daher war das Sammeln mit vielen Ritualen verbunden. Bestimmte Kräuter dürfte man nur zu gewissen Zeiten sammeln und sollte sie auch direkt verzehren, damit sie Glück und Gesundheit für das ganze Jahr bringen. Obwohl wir nicht mehr auf die ersten Kräuter angewiesen sind, ist es doch für mich immer wie ein besonderer Festakt, diese zu begrüßen und Blätter direkt vor Ort zu verzehren. Aber natürlich nur dann, wenn die Pflanze bereits genügend Blattmasse und Kraft zum Wachstum entwickelt hat! Ansonsten schadet man der Natur. Und bitte nur die Pflanzen probieren, die man 100% sicher kennt und bestimmen kann. Und nicht an stark befahrenen Straßen sammeln oder auf gedüngten Wiesen. |
| Als Zimmerkräuter kann ich aus eigener Erfahrung besonders zwei Salbeiarten empfehlen. Einmal den Fruchtsalbei und den Ananassalbei. Beide haben mittlerweile zwei Winter überstanden und wachsen außerordentlich gut. Vor allem geben sie viel Blattmasse, die man sehr gut verwenden kann. Zum einen eignen sich beide als Zugabe im Kräuterquark, haben aber eine etwas süßliche Richtung. Außerdem kann man sich auch aus den frischen Blättern Tee aufbrühen. Hat man sehr viel Blattmasse, kann man sogar ein Pesto ansetzen. Einfach den Basilikum austauschen mit Frucht- oder Ananassalbei. Auch eine Kombination der beiden Salbeiarten geht. Der Ananassalbei neigt zum verholzen. Entweder kann man sich mit einem Trieb als Steckling neue Pflanzen ziehen (normalerweise reicht es, einen frischen, noch grünen Trieb in ein Wasserglas zu stellen, bis er Wurzeln bildet) oder man kürzt mit Beginn des Frühjahrs die Pflanze stark ein, damit sie neu wieder von unten austreibt. Beim Fruchtsalbei sollte man darauf achten, dass man immer mal wieder die Triebspitzen auskneift, damit er buschiger wird. |
Die ersten warmen Tage im Januar haben bereits gezeigt, dass die Natur sozusagen in den Startlöchern steht. Auf Spaziergängen entdeckte ich Aronstab, Brennnessel, Gundermann und Gänseblümchen. Ich habe sogar schon ein blühendes Veilchen unter einer Hecke gesehen. Die warmen Tage habe ich genutzt um einen Kräuterquark mit den ersten frischen Kräutern aus meinem Garten zu machen.
Rezept: 250 g Quark, ca. 70 g Frischkäse, etwas Olivenöl kaltgepresst, Salz, Pfeffer und dazu eine Handvoll frischer Kräuter, was gerade da ist. Bei mir war es Zitronenmelisse, Gänseblümchen, Gundermann, Thymian, Spitzwegerich und Vogelmiere. Außerdem noch ein Blatt vom Zimmerknoblauch klein geschnitten. Alles miteinander vermischen. Wer mag kann zur Dekoration noch getrocknete Blüten auf den Quark streuen als Farbtupfer. Gibt es auch zu kaufen, z.B. von Sonnentor. |
Vogelmiere |
Dieser Winter war bisher kein richtiger Winter. Die Natur ist daher bereits weiter als im letzten Jahr. Das bedeutet, dass bereits jetzt die ersten frischen Kräuter und sogar Blüten zu sehen sind. Ich empfehle daher im Februar unbedingt öfter einen Spaziergang zu machen und die Natur zu beobachten. Ich habe bereits im Januar die ersten Bilder von frischen Kräutern gemacht. Ob Brennnessel, Vogelmiere oder Gänseblümchen, man kann bereits das ein oder andere probieren. Es reicht zwar noch nicht für eine Mahlzeit, aber die ersten Blättchen frischer Kräuter sind immer ein Highlight im Jahr und es war früher mit vielen Ritualen rund um die Gesundheit verknüpft, diese ersten Blätter zu finden und zu sich zu nehmen. Das sollte Gesundheit für das ganze Jahr bedeuten. Nehmen wir uns doch ein Beispiel daran. |
Wenn man auf den Geschmack von Kräutern auch in der winterlichen Zeit nicht verzichten will, kann man auch mit getrockneten Kräutern eine wunderbare Kräuterbutter herstellen. Eine andere Variante habe ich sowohl mit getrockneten als auch frischen Kräutern (aus dem Supermarkt) ausprobiert. Rezept: ein Topf Basilikum aus dem Supermarkt, ein Päckchen Butter, Tomatenmark, Pfeffer, Salz, Gewürz von Sonnentor Scharfmacher oder gute Laune je nach Geschmack. Zubereitung: Die Butter muss weich sein, also Zimmertemperatur haben. Die Blätter vom Basilikum abwaschen, sehr klein schneiden und mit der Butter gut vermengen. Soviel Tomatenmark zugeben, dass die Butter eine schöne rote Farbe annimmt. Dann würzen nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und Sonnentorgewürzen. (Es gibt auch Gewürze von anderen Firmen wie Herbarium). |
Die Zeit im Februar eignet sich noch gut dazu, die Sammelzeit für Kräuter vorzubereiten. Dazu gehört das Lager der Kräuter durchzuschauen. Getrocknete Kräuter verlieren nach etwa einem Jahr an Wirksamkeit. Diese kann man dann noch sehr gut für Kräuterbäder verwenden. Damit die Wanne nicht anschließend mit Kräutern verdreckt ist, nehme ich dafür einfach Seidenstrümpfe, in die ich die Kräuter hineingeben. Zuknoten und in das Wasser beim Einlaufen geben. Dann kann man anschließend die Kräuter einfach entsorgen. Außerdem gilt es das Vorratslager mit Flaschen und Behältern durchzusehen, gegebenenfalls die Flaschen zu säubern und in kochendem Wasser zu sterilisieren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dafür kaum Zeit bleibt, wenn die Saison beginnt. Es lohnt sich auch eine Liste der noch vorhandenen Tinkturen oder Marmeladen anzulegen und aufzuschreiben, bis wann diese aufgebraucht sein sollen. Gerade wenn man einen Keller hat, kann man das sonst schon mal aus den Augen verlieren. |
Aronstab |
Bärlauch |
Ich habe bereits frischen Aronstab (Vorsicht giftig!) gefunden, wie man auf dem Bild sieht. Dann ist der Bärlauch auch nicht mehr weit, auch wenn ich noch keinen gefunden habe. Bitte denken Sie auch in diesem Jahr wieder daran nur Bärlauch zu sammeln, wenn Sie sich zu 100% sicher sind. Die Duftprobe von Knoblauch an den Händen reicht leider nicht, da die Hände beim Sammeln den Duft annehmen. Man kann dann nicht mehr unterscheiden, ob der Duft von dem Blatt kommt, dass ich gerade sammeln möchte oder von meinen Händen. Deshalb lassen Sie sich einige Male von Experten z.B. im Rahmen einer Kräuterwanderung zeigen, wie man den Bärlauch wirklich erkennen kann. Dann gilt es beim Sammeln jedes einzelne Blatt anzuschauen und nur so zu sammeln, dass man anschließend nicht Ihre Spuren sehen kann. Leider mache ich immer noch die Erfahrung, dass Bärlauchstellen nach dem Sammeln oft platt getrampelt sind und immer wieder Zwiebeln ausgerissen werden. Der Bärlauch war lange Zeit fast verschwunden und steht in einigen Regionen in Deutschland immer noch unter Schutz. Er ist zurzeit wieder auf dem Vormarsch. Helfen Sie durch umsichtiges Sammeln mit, das wir den Bärlauch auch zukünftig in den Wäldern finden werden. |
März (hoch)
| Auch wenn jetzt noch Kälte zu spüren und zu sehen ist, wo ich diese Tipps schreibe, ist das Licht doch bereits länger. Bei gutem Wetter ist noch bis ca. 18.00 Uhr Dämmerlicht vorhanden. Das ist schön und macht Lust auf Frühjahr. Damit beginnt bereits der erste Tipp. Und was wäre das Frühjahr ohne eine Frühjahrskur. Allen voran haben wir da noch den Löwenzahn. Anfang März kann man durchaus noch die Wurzeln stechen und diese enthalten im Frühjahr sehr viele Bitterstoffe. Das ist genau das, was wir jetzt brauchen. Die Wurzeln kann man waschen und mit einer Bürste gut reinigen. Danach kann man die Wurzel klein schneiden und auf einem Butterbrot essen. Man kann ebenfalls zusammen mit anderen Früchten mit einem Mixgerät einen Mus verarbeiten und so die Bitter- und Mineralstoffe aufnehmen. Auch die jungen Löwenzahnblätter machen sich im März gut im Salat. Neben dem Löwenzahn sollte man im Frühjahr als Kur möglichst viele frische Kräuter zu sich nehmen, sobald sie beginnen zu wachsen. Das kann Brennnessel sein, Bärlauch oder Knoblauchsrauke. Denken Sie aber immer wieder daran, dass Sie sich 100% sicher sein müssen, wenn Sie die Pflanzen selbst sammeln. Ansonsten sind Frischpflanzensäfte im Reformhaus eine gute Alternative. |
| Wie wäre es im Frühjahr mit einem Spaziergang inklusive "Scheuklappen". Das heißt sie gehen in die Natur und versuchen einfach nur auf die berühmten Pflanzen für eine Frühjahrskur zu achten. Also schauen Sie nach Löwenzahn, Brennnessel, Knoblauchsrauke, Gänseblümchen, Bärlauch und Gundermann. Machen Sie Fotos, nehmen Sie eventuell ein Blättchen mit und beginnen Sie ein eigenes Herbarium mit Aufzeichnungen über das Jahr hinweg. So lernen Sie im Laufe der Zeit die wichtigsten Pflanzen kennen. |
| Noch haben wir Winterzeit und da ist die Unterstützung von pflanzlichen "Antibiotika" gut als Schutz vor Erkältungen. Von einer Kurskollegin habe ich ein tolles Rezept für einen Wintersalat erhalten, der sehr lecker schmeckt. Rezept: Nehmen Sie dazu Rettich und die doppelte Menge Äpfel. Den Rettich raspeln und den Apfel reiben. Dazu etwas Ingwer (gibt schöne Wärme) klein geschnitten, nicht gerieben und einige klein gehackte Walnüsse. Das Dressing machen Sie nach Geschmack mit Öl, etwas Sahne und eventuell etwas Apfelsinensaft. Guten Appetit. |
| Verkennen Sie nicht unsere einheimischen Frühjahrspflanzen wie das Gänseblümchen . Zum einen gilt es als wunderbarer Hautreiniger. Daher lohnt es sich, einfach mal einige frische Gänseblümchenblüten in einem Tee aufzubrühen. Außerdem kann man sich selbst mit Sesamöl ein Celluliteöl ansetzen. Rezept: Nehmen Sie ein Marmeladenglas und füllen Sie dieses etwas zur Hälfte mit Blüten. Übergießen Sie diese mit Sesamöl und lassen Sie die ersten Tage das Glas nur mit einem Mulltuch o.a. Bedeckt, damit die Feuchtigkeit heraus gehen kann. Das ist bei der Verwendung von frischen Pflanzenteilen sehr wichtig, da sich sonst Schimmel bildet. Das Glas wird dann ca. 3 Wochen an einem warmen Platz auf der Fensterbank stehen lassen. Wenn möglich täglich schütteln und darauf achten, dass immer alle Blüten bedeckt sind. Danach abfiltern am besten durch ein Zewatuch, dass man in ein größeres Sieb legt. Dann hat man auch die kleinen Teilchen herausgefiltert. Man kann das Öl dann noch mit ätherischen Ölen aufwerten, aber auch der Auszug mit Gänseblümchen allein wirkt schon. Damit dann speziell Oberschenkel und/oder Bauch einreiben. |
Hasel |
Zum Frühjahr gehören neben den Kräutern auch Frühjahrs-Bäume. Weil die Birke auch als „Unkraut“ bezeichnet wird und auch der Hasel zum Frühjahr gehört, möchte ich in dieser Zeit auf diese beiden Bäume/Sträucher hinweisen. Die Birke ist ein Baum, der viele Frühjahrskuren unterstützen kann. Die frischen Blätter als Tee aufgebrüht oder auch der Frischpflanzensaft (im Reformhaus, da man die Birken nicht selbst anzapfen darf) wurden bereits von unseren Vorfahren zur Blutreinigung eingesetzt. Die Birke vermittelt uns durch ihr Wesen auch Leichtigkeit und hilft erstarrte Strukturen und Prozesse zu lösen. Eine Birke ist immer mit Licht verbunden, auch wenn der Stamm neben der weißen Farbe dunkle Borken zeigt. Der Hasel fällt meist nur durch die männlichen herunterhängenden Kätzchen auf. Jetzt aber kann man auch die weiblichen, unscheinbaren erkennen (die kleine rote Narbe auf dem Bild). Wichtig ist dieser Strauch auch als Bienenweide. |
Brennessel |
Gundermann |
Gänseblümchen |
Im März und April ist die Vitalität der so genannten Frühjahrskräuter am größten. Pflanzen wie die Brennnessel (siehe Foto) gehören zu den ersten Kräutern. Im Frühjahr brennen sie auch kaum, so dass man sie sogar ohne Handschuhe ernten könnte. Die Triebspitzen kann man dann auch für Salat oder Kräuterquark nutzen. Um die Brennhaare zu entfernen, kann man die Brennnessel ganz klein schneiden und mehrmals mit einem Nudelholz darüber gehen. Wer ganz sicher gehen will, kann die Blätter auch für einige Sekunden in heißem Wasser blanchieren. Eine Frühjahrskur mit Brennnessel Frischsaft ist ganz speziell und hilft wunderbar, um den Körper auf das Frühjahr vorzubereiten.
Es gibt dafür unterschiedliche Rezepte und Angaben. Ein Vorschlag nach Susanne Fischer Rizzi ist folgender: Man beginnt mit drei Teelöffeln Frischpresssaft (in Buttermilch oder Wasser verdünnt). Dann steigert man jeden 3. Tag um einen Teelöffel, bis man auf 10 Teelöffel Frischpflanzensaft kommt. Danach ist die Kur zu Ende. Als Verstärkung kann man den gleichen Weg rückwärts gehen und jeden 3. Tag um einen Teelöffel die Dosis senken, bis man wieder bei 3 Teelöffeln angelangt ist. Natürlich kann man auch Pflanzen wie Bärlauch, Gänseblümchen, Gundermann und andere Frühjahrskräuter dazunehmen, die ebenfalls als blutreinigend gelten. |
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Der März ist in manchen Jahren schon Bärlauchzeit. Die Pflanze hat in den letzten Jahren einen wahren Boom erlangt. Leider führt das auch dazu, dass an manchen Orten mit Autos an die Wachstumsgebiete herangefahren wird und der Bärlauch wie mit einer Sense geerntet wird, um ihn entweder auf Märkten zu verkaufen oder in Restaurants zu verarbeiten. Auch der private Sammler nimmt sich oft nicht die Zeit, die Blätter einzeln zu prüfen. Gerade das ist aber beim Bärlauch extrem wichtig! Im zeitigen Frühjahr, so wie jetzt, kommt der Bärlauch meistens zeitgleich oder nur kurz Zeitversetzt mit dem Aronstab aus der Erde. |
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Dabei sehen sich die Pflanzen dann zum verwechseln ähnlich . Ein Bild mit dem Aronstab zeigt dies deutlich. Erst wenn sich die Blätter des Aronstabes entfalten, sieht man den Unterschied. Bei dem Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen besteht ebenfalls Verwechselungsgefahr. Durch den Trend mit Bärlauch gab es in den letzten Jahren dabei immer wieder Unfälle. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie sich den Bärlauch im Garten anpflanzen können oder in Töpfen. Er vermehrt sich gut, so dass man im Garten nach einigen Jahren bereits gut ernten kann. Will man selbst sammeln gibt es gewisse Regeln, die man befolgen sollte: 1. Immer vom Rand aus sammeln, damit der Bärlauch nicht |
| zertreten wird und die Blätter gut erkannt werden können. 2. Niemals die Zwiebeln rausreißen, sonst gibt es bald keinen Bärlauch mehr, wie früher schon mal. 3. Immer nur einzelne Blätter sammeln und auch einzeln ansehen, damit man ganz sicher sein kann, dass man auch Bärlauch hat. Auch das Sammelgut nachträglich noch mal kontrollieren, ob auch jedes Blatt den typischen Knoblauchgeruch hat. Vorher Hände waschen, damit der Duft wirklich nur von den Blättern kommt. Wenn man sich nicht sicher ist, bitte einen Experten fragen oder an einer Kräuterführung teilnehmen. Der Bärlauch kann zu Pestos, im Kräuterquark, als Salatbeigabe und zu vielem mehr verarbeitet werden. Ein Pesto mit Bärlauch kann man genauso zubereiten wie mit Basilikum, allerdings kann man sich den Knoblauch sparen. Bärlauch sollte man immer in der Zeit nutzen, wo er uns frisch zur Verfügung steht. Er eignet sich weder zum trocknen, noch zum einfrieren, da dabei die meisten wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. |
| Wenn ich heute nach draußen schaue, bekomme ich richtig Lust, mit den Frühjahrsarbeiten zu beginnen. Allerdings ist es draußen trotz Sonne heute viel zu kalt. Aber die längeren Tage und die Lichteinstrahlung lassen sich gut nutzen, um Basilikum auf der Fensterbank vorzuziehen. Man nimmt dafür am besten kleine Gewächshäuser, wie sie in diversen Baumärkten im Frühjahr zu haben sind. In diese kann man einzelne kleine Blumentöpfe hineinstellen oder direkt die dazugehörigen Einsätze benutzen, Dann muss man aber auf guten Wasserablauf achten. Für die Anzucht nimmt man am besten Anzuchterde. Diese enthält kaum Nährstoffe und bewirkt eine bessere Bewurzelung. Die Basilikumsamen (ich habe gute Erfahrungen mit Basilikum Genovese gemacht) verteilt man auf die Erde. Basilikum ist Lichtkeimer und daher werden die Samen nicht mit Erde abgedeckt. Die Erde am besten vor dem Ausbringen der Samen wässern. Den Samen kurz andrücken und dann den Deckel (durchsichtig) schließen. Dann ist darauf zu achten, dass möglichst viel Wärme vorhanden ist (über der Heizung ist für die Keimung ein guter Platz). Die Erde wird feucht gehalten aber nicht zu nass. Wenn die Keimlinge sich zeigen wird pikiert in einzelne Gefäße. Dann ist auch Lüftung wichtig. Das Basilikum wächst sehr schnell, so dass man bereits vor dem eigentlichen Sommer eine gute Ernte haben kann. Außerdem ist das Basilikum im Haus Schnecken geschützt. Diese lieben ihn nämlich. Vor Ende Mai sollte das Basilikum nicht ins freie. Er braucht warme Temperaturen. |
April (hoch)
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Am 30. April haben wir ein weiteres Fest, dass früher den Beginn des Sommers markiert hat. Heute nennt man den 30. April Walpurgisnacht, bei der die Hexen sich auf dem Brocken im Harz treffen. Jedenfalls ist diese Zeit mit einer meiner Lieblingspflanzen verbunden, dem Gundermann oder der Gundelrebe. Diese Pflanze soll uns dabei helfen, die Sprache der Natur wieder zu verstehen und ist übrigens auf meinem Logo abgebildet. Jedenfalls kriecht diese Pflanze normalerweise eng am Boden entlang. Erst Ende April strebt sie dem Licht der Sonne entgegen und wächst in die Höhe. Die bildet lange Ranken, die man früher bei diesem Fest als Kranz um den Kopf gewunden hat. Außerdem sollte man damit Hexen erkennen können. Der Duft der Blättchen ist leicht minzig und sehr würzig. Deshalb ist so ein Kranz um den Kopf gewunden auch ein Dufterlebnis. |
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Die Veilchenblüten sind auch schon zu sehen und gestern habe ich das erste Rezept aus den Blüten hergestellt. Dafür wird nur das Duftveilchen verwendet. Es gibt allerdings viele verschiedene, auch nicht duftende Sorten, die einfach Hundsveilchen genannt werden. Das Duftveilchen ist am Duft der Blüte zu erkennen. Als Gelee ist es sehr lecker für Kuchen, Desserts oder auf dem Butterbrot zum Frühstück.
Rezept:
Man nimmt 2-3 Handvoll Blüten und übergießt diese mit wenig kochendem Wasser (ca. 500 ml). |
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Ich möchte eine spezielle Frühjahrspflanze vorstellen, die viele sicher schon gesehen haben, aber erst mit der Blüte Beachtung schenken. Dann ist es allerdings bereits zu spät. Es ist das Scharbockskraut, wie auf dem Bild zu sehen. Jetzt ist die richtige Zeit für die Verwendung. Mit der Blüte bilden sich Inhaltsstoffe, die das Scharbockskraut leicht giftig werden lassen. Vorher ist es jedoch unbedenklich. Allerdings sollte man es, ähnlich wie Sauerampfer, nicht in großen Mengen verzehren, weil die enthaltenen Oxalsäuren sonst reizen können. In kleinen Mengen als Salatbeigabe ist das Scharbockskraut aber sehr schmackhaft und enthält viele Vitamine und Vitalstoffe. |
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Der Bärlauch ist da, wie schon in den letzten Kräutertipps berichtet. Die frische Verwendung ist bei Bärlauch am besten. Es gibt natürlich die verschiedensten Rezepte.
Um Bärlauch zu konservieren, bietet sich eine Kräuterpaste an.
Eine Handvoll Bärlauch sammeln, klein schneiden und mit Öl (Oliven- oder Sonnenblumenöl) vermischen. Salz hinzugeben als Konservierer. In kleine Marmeladengläser füllen und einfrieren. So kann man die Paste später mit Parmesankäse und Pinienkernen als Pesto weiterverarbeiten oder als Würze für Soßen verwenden. |
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Die Frühjahrszeit hat definitiv begonnen. Diese Zeit war früher verbunden mit einer Kultspeise. Es war die so genannte „Neun-Kräuter-Suppe“ .
Diese Suppe hat man entweder zum Fest Ostara (Frühlings- Tag- und Nachtgleiche) zubereitet oder in einigen Gegenden an Gründonnerstag. Da das kirchliche Osterfest in diesem Jahr allerdings sehr spät ist, habe ich gestern zu Frühlingsbeginn bereits die Suppe zubereitet. Dazu habe ich neun verschiedene frische Kräuter gesammelt, in meinem Fall war es Brennnessel, Vogelmiere, Giersch, Bärlauch, Engelwurz, Labkraut, Gundermann, Schafgarbe und Sauerampfer. |
Mai (hoch)
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Die Löwenzahnblüte beginnt.
Ein einfaches und leckeres Rezept auch für Kinder sind gebackene Löwenzahnblüten. Man nimmt die voll aufgeblühten Köpfe, bereitet einen Pfannenkuchenteig zu und taucht die Blütenköpfe in den Teig. Dann werden die Köpfe in einer Pfanne mit etwas Öl ausgebacken. Gleich servieren.
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So langsam geht die Bärlauchzeit dem Ende entgegen. Noch kann man ihn gut verwenden, aber bereits ab Mitte April geht der Bärlauch in die Blüte. Diese kann man natürlich auch verwenden zum Beispiel als Dekoration für Salate und auch für Kräuterquark. Solange die Blätter noch ein frisches Grün haben, kann man diese auch verwenden. Sobald die Blüte aber beginnt, merkt man die schwindende Kraft in den Blättern. Dann lohnt es nicht mehr. Ein Kräuterquark mit Bärlauch schmeckt noch ganz vorzüglich: Frische Bärlauchblätter und –blüten verwenden und klein schneiden. Weiche Butter bei Zimmertemperatur zusammen mit dem Bärlauch mischen. Am einfachsten geht das mit einem Pürier - stab. Dann mit Salz abschmecken und fertig ist die Kräuterbutter. Sie lässt sich auch gut einfrieren. |
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Zum 1. Mai gehört natürlich auch eine Waldmeisterbowle . Der Waldmeister ist schon seit längerer Zeit vorhanden, kann aber jetzt sehr gut verwendet werden. Man muss nicht immer eine Bowle mit Alkohol ansetzen. Probieren Sie doch mal den Waldmeister in Apfelsaft 2-3 Stu7nden ziehen zu lassen. Sie nehmen dafür die Triebspitzen des Waldmeister, etwa 1-2 Hand voll. Es ist wichtig, den Waldmeister ca. 1 Stunde anwelken zu lassen. Erst dann bildet sich der Typische Cumaringeruch und –geschmack. Dann geben Sie den Waldmeister in den Apfelsaft und lassen es ca. 3 Stunden stehen. Dann wird abgefiltert und die Blätter gut ausgedrückt. Den Waldmeisterapfelsaft kann man dann mit Mineralwasser auffüllen. Schmeckt hervorragend. Ansonsten nimmt man anstatt Apfelsaft den Wein. Manche Menschen reagieren auf das Cumarin empfindlich. Daher sollte man es nicht übertreiben und nur 1-2 Gläser trinken. |
Juni (hoch)
Die Holunderblütenzeit hat begonnen. Überall sind die weißen Blüten nun vorhanden und duften intensiv. Es ist ein Zeichen, dass der Frühsommer begonnen hat und damit die Leichtigkeit und Lebenslust. Holunderblüten kann man vielseitig verwenden.
Eine einfache und leckere Art ist das Ausbacken in einer Pfanne. Man bereitet einen Pfannenkuchenteig zu (mit Bier ist er würziger, geht aber auch mit Mineralwasser), nicht zu dünnflüssig, damit der Teig an den Blüten haftet. Dann taucht man die gesamte Blüte in den Teig und backt die Blüte in Fett aus, bis es goldbraun ist. Sofort heiß servieren. Weiterhin wird die Holunderblüte als Tee vor allem bei Erkältungen empfohlen. Holunder stärkt die Immunabwehr und kann wie Lindenblüten als Schwitzkur verwendet werden. Nach einem heißen Holunderblütentee daher am besten warm einpacken und schwitzen. Bitte beachten Sie, dass man Blüten nie waschen sollte. Da Holunderblüten nicht am Boden liegen, ist das kein großes Problem, solange man an relativ unbelasteten Stellen sammelt. Wenn man die Blüten waschen würde, entfernt man dadurch alle Pollen und damit auch den Geschmack. |
| Auch die Zeit der Rosenblüte beginnt jetzt. Es ist für mich die sinnlichste Zeit im Jahr. Wichtig ist, dass es sich um Duftrosen handelt und bitte nicht aus einem Geschäft, denn die Rosen sind alle behandelt und nicht zum Verzehr geeignet. Am einfachsten ist es natürlich, wenn man sich im Garten oder auf dem Balkon Duftrosen halten kann. Auch Rosenblüten sollten vor dem Verzehr möglichst nicht gewaschen werden. Man verwendet normalerweise nur die direkten Blütenblätter. Wichtig ist für den Verzehr die Verdickung am unteren Blütenrand, die meist auch heller in der Farbe ist, zu entfernen, da es bitter ist. Für die kosmetische Verwendung ist das nicht nötig. Selbstgemachtes Rosenblütengelee kann man ganz einfach herstellen. Man nimmt ca. 2 Handvoll Rosenblütenblätter und entfernt die untere Verdickung. Ein Liter Wasser wird zum kochen gebracht und dann über die Rosenblüten geschüttet. Abkühlen lassen und mehrere Stunden ziehen lassen. Danach abfiltern. Um das Rosengelee zu intensivieren, kann man das ganze wiederholen, das heißt das gefilterte Wasser noch mal aufkochen lassen und weitere zwei Handvoll frische Rosenblüten damit übergießen und wieder mehrere Stunden abgekühlt ziehen lassen. Danach wieder filtern und mit der entsprechenden Menge Gelierzucker und einem Teil Apfelpektin nach Aufschrift auf der Packung (die Menge ist angegeben und richtet sich nach der Wassermenge) aufkochen lassen und danach heißt abfüllen. Natürlich gibt es dabei vielen Varianten, ob mit Prosecco verfeinert oder nicht. Meist überwiegt allerdings bei gekauften Rosengelees dann der Geschmack der anderen Zutaten als die eigentlichen Rosenblüten und das ist schade. |
Im Juni beginnt allgemein die Zeit der Blüten. Eine weitere Heilpflanze, die mit dem Juni verbunden ist, ist das Johanniskraut. Ein einfaches Rezept mit Johanniskraut ist die Herstellung eines Rotöls. Dazu muss man allerdings das echte Johanniskraut verwenden, das man daran erkennt, dass die Blätter wie „durchlöchert“ wirken, wenn man das Blatt gegen die Sonne hält. Dort gibt es kleine Öldrüsen. Wenn man die Blätter und Blütenspitzen zerreibt, färbt es sich rot. Ein Rotöl ist hilfreich bei leichten Verbrennungen, hat eine entzündungshemmende Wirkung und wird traditionell bei Quetschungen, Prellungen und Verstauchungen eingesetzt. Außerdem gilt es als antibiotisch wirksam und schmerzstillend. Vorsicht: Johanniskraut macht die Haut lichtempfindlicher. Daher ist im Sommer besondere Vorsicht geboten und die Sonne bei Benutzung zu meiden.
Rezept: Traditionell wird um Johanni, den 24. Juni, die Blüte bzw. die oberen Triebspitzen gesammelt und in ein Glas gefüllt. Am besten lässt sich das Rotöl mit Olivenöl ausziehen. Ansonsten kann man aber auch jedes andere Öl verwenden. In den ersten Tagen das Glas nur leicht abdecken, damit Reste der Feuchtigkeit entweichen können. Danach kann man das Glas verschließen. Wichtig ist, dass es in der Sonne steht. Nach einiger Zeit färbt sich das Öl rot. Nach etwa vier Wochen wird abgefiltert und das Öl ist gebrauchsfertig. |
Die Blütezeit im Sommer eignet sich besonders zu kulinarisch-sinnlichen Kräutererlebnissen.
Sehr lecker ist eine Blütenbowle mit und ohne Alkohol. Ganz einfach ist eine Bowle aus Apfelsaft. In den Saft gibt man verschiedene, verfügbare und essbare Blüten (bitte wieder ohne zu waschen, sonst ist viel vom Geschmack weg). Geeignet um diese Zeit sind zum Beispiel Königskerze, Holunder, Rose, Labkraut, und viele andere. Mehrere Stunden in dem Apfelsaft ziehen lassen (mindestens 3) und dann abfiltern. Mit Mineralwasser oder Sekt verdünnen und genießen. Man kann die Blüten auch in Wein ausziehen lassen, wenn man eine alkoholische Bowle ansetzen möchte und hinterher auch mit Sekt aufgießen. Viel Vergnügen! |
Juli (hoch)
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Die Kapuzinerkresse gehört zu unseren pflanzlichen „Antibiotika“. Aufgrund ihrer Senfölglykoside gilt sie als wirksam gegen Bakterien, Viren und bei Pilzbefall. Außerdem sagt man ihr eine stimulierende Wirkung für unser Immunsystem nach. Sie schmeckt leicht scharf und alles ist komplett essbar. Die Blüten sehen nicht nur toll im Salat aus (es gibt verschiedene Farben von Orange bis knallig rot), sondern geben eine angenehme Würze. Auch die Blätter kann man im Salat verwenden sowie die Samen, die am meisten Schärfe besitzen. Die Samen kann man essen, solange sie noch grün sind. Auch im Quark gibt die Kapuzinerkresse eine angenehme Würze und Schärfe hinzu. |
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Das Mutterkraut ist eine Pflanze, die sich im Garten gut vermehrt, wenn man sie gewähren lässt. Es heißt, dass Mutterkraut bei Migränepatienten gute Erfolge erzielen soll. Dazu verwendet man am besten die frischen Blüten und isst sie einfach auf einem Butterbrot regelmäßig über die Vegetationsperiode (Blütezeit etwa von Juni bis September). Es schmeckt lecker und ist sich einen Versuch wert. Außerdem kann man natürlich die Blüten trocknen und eine Teezubereitung machen. Viel mehr ist über die Nutzung der Pflanze nicht bekannt. Sie war in der Volksheilkunde beliebt als Frauenpflanze und wurde bei unterschiedlichen Frauenleiden eingesetzt wie z.B. Menstruationsbeschwerden. Es gilt also sie heute wieder neu zu entdecken. |
| Die Ringelblume gehört ebenfalls zu den Sonnenpflanzen. Sie öffnet ihre Blüten nur, wenn die Sonne scheint. Daher gilt sie auch als ein Wetteranzeiger, wie auch andere Sonnenpflanzen. Morgens öffnet sich die Blüte und am frühen Nachmittag ist sie bereits wieder geschlossen. Daher sollte man einen Sonnentag am späten Vormittag oder Mittag zum Sammeln nutzen. Die Blüten sind eine wunderbare Dekoration und schmecken sehr lecker im Salat. Hierfür werden allerdings nur die Zungenblüten genutzt, da im Kelch Stoffe enthalten sind, die Allergien auslösen können. Die Ringelblume kann aber auch für Wundsalben und Cremes verwendet werden. Wer kennt nicht das berühmte Rezept mit Schweinemalz als Salbengrundlage. Man kann aber auch mit Bienenwachs eine hervorragende Wundsalbe herstellen. Dazu nimmt man Olivenöl, ein sauberes und möglichst sterilisiertes Marmeladenglas und Ringelblumenblüten (wer keine Allergien hat, kann dann auch die gesamte Blüte mit Kelch nutzen, da auch im Blütenkelch wertvolle Inhaltsstoffe enthalten sind). Das Marmeladenglas etwa zur Hälfte mit Blüten füllen. Die Blüten bitte vorher nicht waschen, da sonst der Ölauszug schnell schimmeln kann. Bei Blüten aus dem eigenen Garten und nach ein bis zwei trockenen Tagen ist das kein Problem. Nun das Marmeladenglas mit Olivenöl auffüllen und auf der Fensterbank ca. 4 Wochen ziehen lassen. Nicht in die pralle Sonne stellen. Danach abfiltern und die Menge des Ölauszugs wiegen. 10% Bienenwachs hinzugeben. (Bei 100g Ölauszug 10g Bienenwachs) In einem Wasserbad beides zusammen erwärmen. Nicht über 70° erhitzen lassen. Am besten mit Thermometer arbeiten. Das Bienenwachs beginnt etwa bei 55-60°Grad zu schmelzen. Dann vom Herd nehmen und in kleine vorbereitete Salbendöschen füllen. Erkalten lassen. Beim erkalten bitte noch nicht den Deckel schließen, damit Restfeuchtigkeit entweichen kann. Danach dunkel und kühl aufbewahren (Kühlschrank nicht nötig, da keine Wasserphase). |
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Die Zeit der Sonnenkräuter ist gekommen. Allen voran eine Pflanze, die etwas in Vergessenheit geraten ist "Der Alant ". Eine imposante und stattliche Pflanze, die schon zur Zeit Hildegards von Bingen genutzt wurde und früher eine geschätzte Heilpflanze war. Sie wirkt desinfizierend für die Atemwege und erleichtert das Abhusten bei Bronchitits. In der Volksmedizin wurde sie zum Beispiel bei Magenbeschwerden verwendet. In der Schulmedizin wird der Alant kaum eingesetzt, weil er in höheren Dosen zu Durchfall führen kann und allergenes Potenzial hat. Die Wurzeln kann man allerdings sehr gut für das Räuchern nutzen und als guten Stabilisator für Duftpotpouris. Die Wurzel, die bei größeren Pflanzen durchaus mehrere Kilo wiegen kann, gräbt man im Herbst oder Frühjahr aus. Sie wird dann gesäubert, in kleine Stücke geschnitten und getrocknet. Das kann man am besten, indem man die Wurzelstücke auf ein Garn auffädelt und dann aufgehängt trocknet. Der Alant mit seinen Blüten, die wie Sonnen aussehen, zeigt auf jeden Fall an, dass die höchste Kraft der Sonne erreicht ist und die Natur an ihrem Höhepunkt angelangt ist. |
August (hoch)
September (hoch)
Oktober (hoch)
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Es ist die Zeit der Wildfrüchte, auch wenn man sich stellenweise schon beeilen muss. Ich sammle zurzeit bereits eifrig Hagebutten. Immer wieder wird geschrieben, bis zum ersten Frost zu warten. Das mag bei einigen Arten durchaus Sinn machen, damit die Vollreife eintritt. Allerdings muss man dann auch in Kauf nehmen, dass viele Hagebutten bereits matschig sind. Das bemerke ich bereits jetzt, wenn ich sammle. Ich achte sehr darauf, nur tiefrote Hagebutten zu sammeln. Die fleischige Kartoffelrose habe ich bereits im August geerntet. Sie ist immer früher reif als die kleineren Hagebutten, zumindest gilt das für die Sorten, die ich im Garten habe. Bei den fleischigen Sorten kann man auch wunderbar die Kerne herauskratzen, bevor man sie verarbeitet. Das ist bei den kleineren Sorten natürlich weitaus schwieriger. Ich habe am Freitag Hagebuttensuppe gekocht und |
wieder festgestellt, dass zuviel Fruchtfleisch verloren geht, wenn ich die ganze Hagebutten weich koche und dann durch ein Sieb oder die Flotte Lotte passiere. Das ist mir zu schade. Daher nehme ich die Arbeit in Kauf, die Kerne vorher zu entfernen.
Das Rezept für die Suppe lautet: ca. 250 g Hagebutten (wie ich bereits schrieb am besten bereits entkernt, Blüte und Stiel sind entfernt) in ca. 1 l Wasser zusammen mit 100 gr Äpfeln (geviertelt und entkernt, ich mag am liebsten säuerliche zu den süßlichen Hagebutten) weich kochen. Ebenfalls dazu kommen als Gewürze 1/2 Zitronenschale (fein gerieben) etwas Zimt (entweder als Pulver oder am Stück, das wieder entfernt wird) und 1 - 2 Nelken. Nachdem die Hagebutten weichgekocht sind (kann je nach Größe der Hagebutten bis zu einer Stunde dauern) werden die Gewürze abgesiebt. Zum Abbinden der Suppe 1/2 TL Kartoffelstärke und 1 zerkleinerte Semmel einrühren. Wer möchte kann den Geschmack mit etwas kräfitgem Rotwein aufpeppen, es muss aber nicht sein. Ich habe als Deko Blüten der Goldrute benutzt, die zurzeit wunderschön gelb in Blüte steht und nach Honig duftet. |
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Bei den Schlehen ist es ähnlich wie bei den Hagebutten. Immer wieder wird empfohlen sie nach dem ersten Frost zu ernten. Auch hier gilt natürlich je später, desto besser. Bei uns in der Gegend hat man allerdings keine Chance mehr Schlehen zu finden, wenn man bis Ende Oktober wartet. Daher sammle ich bereits jetzt Schlehen, die ich dann einfriere, bevor ich zum Beispiel Mus daraus mache. Für Schlehenlikör muss ich die Schlehen nicht einfrieren. Aber auch hier gilt, je später man sie ernten kann, umso mehr sekundäre Pflanzenstoffe sind enthalten, die sich erst im Reifeprozess entwickeln und umso mehr Geschmack ist natürlich auch bei der Verarbeitung zu erwarten. Bei den Schlehen muss man übrigens oft genauer hinschauen. Mir sind Spaziergänger begegnet, die der Ansicht waren, keine Schlehen zu sehen. Aber im Innreren des Strauches saßen noch genug. |
Immer wieder wird von der Eberesche behauptet, dass sie giftig sei oder zumindest einige Sorten. Es gibt bei den Ebereschen oder sogenannten Vogelbeeren zwei Arten. Die einheimische Eberesche hat eher orange Beeren und ist roh ungenießbar durch viele Gerb- und Bitterstoffe. Sie ist aber eine der Vitamin C reichsten Wildfrüchte, die wir haben. Eine zweite Art der Vogelbeere ist die mährische Eberesche, die ursprünglich nicht einheimisch war, aber immer öfter anstelle des einheimischen Baumes angepflanzt wird. Sie ist nicht so bitter und hat auch nicht soviele Gerbstoffe. Bei einigen Zubereitungen ist es also bei dieser Art nicht nötig, die Beeren vorher einzufrieren. Die Beeren der mährischen Eberesche sind etwas mehr rot als orange, zumindest wenn sie reif sind.
Ein einfaches und schnelles Rezept habe ich bei meinem letzten Kochabend ausprobiert.
Ich habe hierbei einheimische Ebereschen verwendet, die ich vorher einige Zeit eingefroren hatte. Rezept: 1-2 Handvoll Beeren auftauen und dazu Apfelsaft nehmen (ca. 250 - 500 ml, je nach Beerenmenge). Beides zusammen in einen Mixer geben und pürieren. Man kann es auch mit dem Zauberstab pürieren. Danach wird der Saft abgesiebt und aufgefangen. Nun süßt man den Saft nach Geschmack mit Agavensirup und kann es als leckeren und außergewöhnlichen Aperitif servieren. Guten Appetit! |
Zu den Wildfrüchten im Herbst gehören natürlich auch Nüsse. Dieses Jahr ist ein Nussjahr, eventuell ein Zeichen für einen harten Winter? Jedenfalls sammeln die Eichhörnchen schon eifrig vor meinem Fenster. Nüsse (einheimische Haselnüsse oder Walnüsse) kann man natürlich einfach so als Snack zwischendurch essen (vorsicht, sehr fettreich), oder einweichen bzw. ankeimen lassen (geht normalerweise nur bei Bio- oder Rohkostnüssen). Sie sollen dadurch besser verträglich sein.
Ich selbst liebe zum Beispiel selbst hergestelltes Nussmuß, bei dem ich weiß, dass außer Nüssen und dem von mir zugegebenen Biohonig keine Zusatzstoffe enthalten sind. Probieren Sie es einfach mal aus. Nüsse möglichst fein malen und mit Honig nach Geschmack süßen. Am besten geht natürlich flüssiger Honig. Festen Honig kann man sonst ganz behutsam erwärmen, um ihn besser zu dosieren. |
November (hoch)
| Die Sammelzeit der Kräuter ist vorbei. Aber man findet noch Schlehen. Diese kann man sehr gut trocknen. Am besten geht das im Backofen bis 50 Grad. Bitte nicht wärmer. Es kann etwas dauern. Am besten steckt man zwischen die Backofentür einen Holzlöffel, damit die Feuchtigkeit besser entweichen kann. Getrocknet schmecken die Schlehen gut zu Müsli oder als kleiner Snack zwischendurch. Sie lassen sich auch gut auf einem Winterspaziergang mitnehmen und geben Energie. Aber meist halten sie nicht so lange, weil sie einfach lecker sind. |
| Heute möchte ich eine Buchempfehlung aussprechen. Die meisten Kräuterinteressierten kennen Wolf Dieter Storl, den ich am Sonntag persönlich einen ganzen Tag auf einem Seminar erleben durfte. Es war unglaublich spannend mit den vielen persönlichen Geschichten. Wer etwas mehr über seinen Werdegang als Person wissen möchte und welche Erlebnisse er in unterschiedlichen Ländern hatte, dem empfehle ich das Buch "Ich bin Teil des Waldes". Durch dieses Buch verstehe ich seine Herangehensweise an die Kräuter viel besser und kann auch bei anderen Büchern, die ich von ihm habe, Gedankengänge noch besser nachvollziehen. In diesem Buch geht es zwar nicht hauptsächlich um Kräuterwissen, obwohl das auch vermittelt wird, aber es bringt auch neue Sichtweisen für die Natur. |
| Bei dem Seminar mit Wolf Dieter Storl ging es auch um Neophyten. Er nannte sie "Spätheimkehrer" nach der Eiszeit. Neophyten sind ein wichtiges Thema. Alle haben sicher vom Riesenbärenklau gehört, den man hier unbedingt ausrotten will. Sicher bietet gerade der Riesenbärenklau auch Gefahren durch den Pflanzensaft, der vor allem in Verbindung mit Sonnenstrahlen Verbrennungen auslösen kann. Aber in Norwegen in Tromsø gehört diese Pflanze im Sommer mittlerweile zum Stadtbild. Überall wächst sie. Sicher haben auch schon viele Kinder mit dem Pflanzensaft Kontakt gehabt und das kann sehr unangenehm sein. Aber alle wissen das und halten sich daher von der Pflanze fern. Bei uns kommt jetzt der nächste Feldzug gegen Ambrosia. Sicher kann diese Pflanze starke Allergien auslösen. Aber einen Aufruf mit einer Abbildung in der Zeitung zu starten, dass möglichst alle Pflanzen dieser Art sofort herausgerissen werden sollen, ist doch wohl stark übertrieben. Vor allem sieht die Pflanze leider dem gewöhnlichen Beifuß sehr ähnlich, so dass jetzt sicher viele Menschen den Beifuß, eine uralte Heilpflanze, ausreißen werden. Was für ein Unsinn. Die Tomate oder Kartoffel gab es früher bei uns auch nicht und gelten mittlerweile als einheimisch. Außerdem glaube ich, dass diese Pflanzen auch einen Grund haben hier zu sein. Manche helfen sogar verseuchten Boden zu reinigen, indem sie bestimmte Schadstoffe herausziehen. Das ist doch auch wunderbar! |
Nun ist es Zeit, die Pflanzen hereinzuholen, die keinen Frost vertragen. Entweder hat man das Glück, ein frostfreies Gewächshaus zu haben, oder man gibt den Pflanzen, die auch wärmer überwintern können (z.B. Duftperlagonien, Fruchtsalbei) einen Platz auf der Fensterbank. Wichtig ist, dass man die Pflanzen immer gut beobachtet. Vor allem im Frühjahr beginnen dann Schädlinge zu kommen. Dann sollte man die Pflanzen mindestens einmal pro Woche ausgiebig abduschen und eventuell auch mal mit biologischen Mitteln behandeln, wenn das nicht reicht. Ich habe im letzten Jahr festgestellt, dass es bis Ende Januar kaum Probleme gab. Danach begannen Läuse, weiße Fliege und Co. sich zu vermehren. Ich dünge kaum oder nur sehr wenig in dieser Zeit. Allerdings wachsen einige Pflanzen auch über den Winter weiter. Dann gebe ich alle 4 Wochen etwas biologischen Flüssigdünger. |
Dezember (hoch)
Dieses Jahr ist alles merkwürdig. Wir haben bereits Ende November und noch immer findet man draußen frische Kräuter wie Brennnessel, Gundermann oder Vogelmiere. Diese kann man auch noch nutzen. Der Geschmack ist natürlich anders als im Frühjahr oder Sommer, wo die Vitalität der Pflanzen spürbar war. Aber gerade Pflanzen, wie die Brennnessel ziehen sich sowieso bald komplett zurück. Daher schädigt man sie auch nicht. Anders ist es bei den mehrjährigen Pflanzen, vor allem den mediterranen wie Salbei, Rosmarin etc. Diese Pflanzen sind zwar auch noch frisch, aber sie benötigen ihre Vitalität zur Überwinterung. Daher lässt man sie stehen. Brennnesseln kann man zum Beispiel noch in Pfannekuchenteig ausbacken oder als Spinat verwenden, entweder pur oder gemischt mit anderen Pflanzen. |
| Der Winterschnitt bei Kräutern ist immer wieder ein Thema. Auch wenn es im Dezember schon spät ist, möchte ich dazu noch mal Hinweise geben, denn der November war ja eigentlich fast ein Frühherbstmonat. Die Kräuter, die sich im Winter komplett zurückziehen und erst im Frühjahr neu austreiben, wie Zitronenmelisse, bestimmte Minzarten, Odermennig etc. kann man beruhigt komplett zurückschneiden. Das schützt die Pflanze außerdem vor Pilzbefall. Andere Pflanzen, die sich nicht einziehen wie z.B. Lavendel, Rosmarin, Salbei oder Engelwurz, aber auch Duftrosen etc. schneide ich immer erst im Frühjahr zurück. Zum einen dient das Blattwerk der Pflanze selbst als Schutz und ein Rückschnitt regt die Pflanze immer zum erneuten Wachstum an. Das schwächt sie aber für den Winter. Deshalb erst abwarten, welche Teile austreiben und dann den Schnitt ansetzen. |
Überwinterung: Hierzu haben ich zwei Tipps bzw.. Erfahrungen gemacht. Die erste betrifft die Überwinterung des Rosmarin, der als nicht winterhart gilt. Der Rosmarin ist ein Flachwurzler. Die Wurzeln befinden sich also in der Nähe der Erdoberfläche und sind somit für Frost leicht erreichbar. Bei Frost kann die Pflanze kein Wasser und somit auch keine Nährstoffe aus der Erde aufnehmen. Auch wenn sich die Erde trotzdem feucht anfühlt, der Rosmarin vertrocknet. Das ist besonders bei einem kleinen Wurzelnwerk von jungen Pflanzen der Fall. Daher habe ich z.B. die Erfahrung, dass mein Rosmarin, der jahrelang im Garten ganz normal eingepflanzt war und somit ein großes Wurzelwerk hatte, erst durch einen sehr harten Winter im Münsterland vor einigen Jahren quasi durch den lang anhaltenden Frost vertrocknet ist. Es gibt immer wieder die Empfehlung, den Rosmarin einzupacken. Ob es mit Bastmatten, Flies oder ähnliches ist. Das ist aber normalerweise nicht notwendig, den das oberirdische Kraut kann Temperaturen bis minus 30 Grad vertragen. Außerdem finde ich es sehr schwierig, dann den Rosmarin zu kontrollieren. Viel wichtiger ist der Schutz der Wurzeln. Das erreicht man am besten durch anhäufeln, wie man es bei den Rosen kennt und gleichzeitigem Schutz der Eroberfläche durch auflegen von Stroh und/oder Tannenzweige. Gerade bei Pflanzen in exponierten Lagen wie z.B. Balkon etc. muss man darauf achten. |
| Diese Erfahrung gehört auch zum Thema Überwinterung. Es geht hierbei um nicht winterharte Pflanzen wie Duftperlagonien oder Frucht-/Ananassalbei. Da ich in diesem Jahr von einem älteren Haus in ein neu renoviertes, komplett isoliertes Haus umgezogen bin, habe ich zu Beginn starke Probleme mit Schimmelbefall auf der Erdoberfläche meiner Pflanzen gemacht. Das habe ich in der alten Wohnung nie erlebt. Obwohl es dort nicht kalt war und wir normal geheizt haben, kannte ich dieses Phänomen nicht. Ich habe weder das Gießen verändert noch die Zusammensetzung der Erde oder das Abzugsloch für das überschüssige Wasser. Es kann also nur an der Feuchtigkeit in der Wohnung liegen. Diese habe ich durch Lüften in den Griff bekommen, aber ich muss bei den Pflanzen auf jeden Fall häufiger gießen, aber dafür weniger. Sobald die Erdoberfläche zu feucht ist, bekomme ich Probleme. Das ist aber bei Pflanzenarten, die ständig feucht gehalten werden müssen sehr schwierig zu händeln. Sie dürfen nicht austrocknen. Falls also jemand dafür noch einen Tipp hat, oder ähnliche Erfahrungen gemacht hat, wäre ich sehr dankbar für eine Rückmeldung. Ich weiß, dass Energiesparen notwendig ist, aber für Pflanzen oder z.B. zur Lagerung von Obst und Gemüse in Kellern ist die komplette Isolierung ein Problem. |
Kennen Sie die älteste Zahnbürste der Welt? Man hat früher im mediterranen Raum wirklich den Salbei als Zahnbürste genutzt. Dazu wickeln Sie sich ein Salbeiblatt mit der Unterseite nach oben um einen Finger und dann bürsten Sie damit Ihre Zähne, sowie Sie es gewohnt sind. Von oben nach unten bzw. unten nach oben. Sie haben dabei nicht nur Ihr Zahnfleisch massiert und durch den austretenden Pflanzensaft eine antibakterielle Wirkung erzielt, sondern durch die ätherischen Öle erfrischt es gleichzeitig die Mundhöhle und den Atem. Das ist natürlich keine Anwendung für jeden Tag, aber gerade wer mit Zahnfleischentzündungen oder Mundgeruch Probleme hat, sollte dies immer wieder mal über die Saison hinweg probieren (oder auch jetzt noch, wenn man nur ein Blatt verwendet und genügend frische da sind). |
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Unbenanntes Dokument




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